Jüdische Museumsleiterin fordert Geld für Neubau (Mai 2011)

Vor gut zwölf Jahren wurde in Fürth das neue jüdische Museum in der Königsstraße eröffnet. Vorausgegangen waren erhebliche Beträge der Förderung durch den deutschen Steuerzahler. Nun fordert die jüdische Museumsleiterin Daniela Eisenstein einen Erweiterungsbau des jüdischen Ausstellungshauses und setzt den Stadtoberen die Pistole auf die Brust.

Sie beklagt sich, daß sie immer noch kein Büro im Museumsbau ihr eigen nennen darf, sondern seit Jahren in einer Altbauwohnung in der Nürnberger Straße die Geschäfte verrichten muß. Vehement fordert Eisenstein nun von der Stadt eine Entscheidung, ob sie den schon vorliegenden Plan des Erweiterungsbaus bewilligt oder nicht. Die Realisierung des Neubaus wurde aufgrund der desolaten Wirtschafts- und Finanzlage der Stadt vorerst auf Eis gelegt. Zahlreiche Einschnitte wurden aufgrund des klammen Budgets in ganz Fürth vorgenommen, insbesondere im Kultur- und Bildungsbereich. Traditionellen Sportvereinen wurden die Zuwendungen gekürzt, Kinderspielplätze geschlossen. Die desolate Finanzlage ist natürlich der verschwenderischen Haushaltsführung der letzten Jahrzehnte zu verdanken, insbesondere durch die Förderung von nutzlosen Integrationsprojekten.

Ungeachtet dessen fordert die Jüdin Daniela Eisenstein jetzt wiederholt eine rasche Umsetzung des Erweiterungsbaus, trotz gähnend leerer Kassen, obwohl das bisherige jüdische Museum noch stark durch Steuergelder mitfinanziert wird. So verteilen sich derzeit die Kosten des Museums auf folgende Standorte: Der Bezirk Mittelfranken zahlt 193.400 Euro aus der Mittelfranken-Stiftung, die Stadt Fürth 173.000 Euro, der Landkreis Nürnberger Land 53.700 Euro, der Markt Schnaittach 20.500 Euro und die Stadt Schwabach 19.500 Euro.

Das scheint Frau Eisenstein vom jüdischen Museum aber noch lange nicht genug. Sie fordert weiterhin vehement ihr neues Büro im noch zu bauenden Erweiterungsgebäude.

Eine Entscheidung zur Sache verquickt sie mit der Frage, ob die Träger noch „loyal zum Haus“ stehen. Durch ein Nein zum Erweiterungsbau könnte man sich also schnell eine Antisemitismusdebatte einhandeln, was der Stadt Fürth, als ehemals „fränkisches Jerusalem“, wohl peinlich wäre. Gebetsmühlenartig werden zu jedem Anlaß eine vermeintlich starke Verbindung Fürths zu den Juden in Bayern hinausposaunt.

Anstatt den subtilen Erpressungsversuchen der Erweiterungsbaubefürwortern nun eine klare und deutliche Absage zu erteilen, sucht man fieberhaft nach Geldern, die man für das unnütze museale Zusatzgebäude und das Büro von Frau Eisenstein verwenden könnte. Der Stadtbaureferent Joachim Krauße sei schon Mitte Mai in Berlin gewesen, um dort für Zuschüsse zu werben. Unter Hochdruck versuche man den Neubau finanziert zu bekommen. Aus eigenen Fürther Haushaltsmitteln sei das zurzeit nicht möglich.

Mit weit aus weniger guten Willen sucht man nach Fördergeldern um die maroden Schulen in Fürth zu sanieren oder neue Kindergartenplätze zu schaffen. Offensichtlich ist das jüdische Leben in Fürth den Stadtoberen – allen voran SPD-Bürgermeister Jung – viel wichtiger, als die Interessen der deutschen Familien in der Kleeblattstadt.