Aus für Trolli in Fürth (06.03.2012)

Die Gummibärchen-Produktion des Unternehmens Trolli in Fürth wird schließen. Nicht wegen der schlechten Auftragslage, sondern maßgeblich wegen der hohen Subventionen für die neuen Bundesländer. Die Mederer-Gruppe, zu der die Marke Trolli gehört, erweitert ihren Produktionsstandort Hagenow und erhöht dort ihre Produktionskapazität. Die Fertigstellung ist bis Ende 2012 geplant. Dafür zahlt die Bundesrepublik erhebliche Fördergelder.

Die 175 betroffenen Trolli-Mitarbeiter in Fürth sind geschockt über die Entscheidung des Familienunternehmens. Zwar bietet Trolli seinen Fürther Angestellten an, mit nach Hagenow zu ziehen, was aber für die meisten Angestellten aus den vorhandenen familiären Bindungen in Fürth nicht in Frage kommen kann. In den bisherigen Abfindungsverhandlungen gibt sich das Unternehmen ebenfalls kleinlich und schachert mit den nahezu handlungsunfähigen Gewerkschaften um jeden Cent.


Trolli Standort in der Fürther Oststraße

Festzustellen bleibt, daß die in der BRD vorherrschende Subventionspraxis vollumfänglich abzulehnen ist. Fördergelder sollten ausschließlich dazu verwendet werden, die Neuansiedlung von zusätzlichen Produktionsstätten zu subventionieren und nicht - wie im Fall Trolli Unternehmen durch Subventionen zu locken, die bisher an ihrem angestammten Platz problemlos produzieren konnten. Die deutschen Arbeiter in Ost und West werden so gezielt von der unmenschlichen Politkaste gegeneinander ausgespielt.

Diese volksfeindlichen Praktiken der Regierenden und der kapitalistischen Unternehmen, die den Mensch und Arbeiter nur noch als Humankapital verstehen, sind hier im Land weiter auf dem Vormarsch. Es stehen bald nicht nur 175 Arbeitnehmer in Fürth auf der Straße, sondern dahinter verbergen sich auch 175 einzelne Schicksale von Familien, was die Bilanzenjäger der Unternehmerschaft immer weniger interessiert. Zusätzlich sind mittelständische Betriebe in Fürth, die bisher entsprechende Arbeiten bei Trolli durchführen sowie deren Mitarbeiter ebenfalls vom Standtortwechsel betroffen.

Nach dem Quelle-Aus der nächste wirtschaftliche Schlag für die Kleeblattstadt, in der man die Jubelarien von OB Jung schon lange nicht mehr hören kann.