Auch in Fürth: Immense Strompreiserhöhungen 2013 (18.12.12)

Zum neuen Jahr hin werden die Strompreise in der Bundesrepublik stark ansteigen. Auf einfache Haushalte kommt so eine Mehrbelastung von 30 bis 60 Euro monatlich zu.

Ökostromumlage

Grund dafür ist u.a. die Erhöhung der sogenannten "Ökostromumlage" um 47 Prozent. Mit dieser Umlage soll die Energiewende - hin zu "erneuerbarer Energie" - finanziert werden. Ein Hauptgrund für die Abgabesteigerungen ist der Boom bei der Solarenergie. Solaranlagen wurden in der Vergangenheit stark vom Staat subventioniert (die Subventionen wurden in den letzten Jahren immer mehr zurückgefahren). Die Regierenden in Berlin handelten hier wieder einmal allzu kurzsichtig. Die Strominfrastruktur war und ist kaum in der Lage den neu produzierten Strom wirksam in das System einzuspeisen. Wirkungsvolle "Energiespeicher" gibt es derzeit nicht. Daher müssen nun die Verbraucher den seit Jahren vernachlässigten Ausbau des Stromnetzes finanzieren.

Offshore-Haftungsumlage

Auch eine neue sogenannte "Offshore-Haftungsumlage" treibt den Preis in die Höhe. Dadurch will die Bundesregierung Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee finanzieren. Beim Aufbau dieser Anlagen ist es bis jetzt vor allem zu zahlreichen Pannen und Verzögerungen gekommen. Nun sollen die dadurch entstandenen Mehrkosten auf den einfachen Bürger umgewälzt werden.

Netzentgelte werden erhöht

Zudem werden die Netzentgelte erhöht. Die Netzentgelte werden bei den lokalen Stromanbietern für die Nutzung des Stromnetzes vom Kraftwerk bis zur lokalen Ebene berechnet. Diese Mehrkosten müssen die Stromanbieter an die Verbraucher weitergeben, was eine weitere Preissteigerung für diese bedeutet.

Skandalöse Ausnahmeregelungen

Als besonders ungerecht empfinden viele Bürgerinnen und Bürger die Ausnahmeregelungen der Regierung. So sind viele Großbetriebe, Unternehmen und Einrichtungen (wie zum Beispiel Golfplätze(!)) von der Zahlung der Umlage ausgenommen. Deren Anteil wird dann auch auf den einfachen Bürger abgewälzt. Der Staatsanteil an den hohen Strompreisen liegt mittlerweile bei über 50 Prozent.

Auch infra erhöht Preise

Auch in Fürth hebt der führende Energieversorger - die "infra" - die Preise deshalb deutlich an. Laut Auskunft des Konzerns wäre ohne die Ökostromumlage und die teureren Netzentgelte sogar eine leichte Kostensenkung für den Endverbraucher ab 2013 möglich gewesen.


Auch die infra dreht an der Preisschraube

Im Grunde hilft nur sparen

Auch im benachbarten Nürnberg geht es den Bürgern nicht anders. Ihnen bleibt hier wie dort nichts anderes übrig als sich selber zu helfen. Neben Stromsparen bieten die einzelnen Stromversorger auch verschieden gestaffelte Tarife an. Man sollte sich jedoch genügend Zeit nehmen um den für seinen Haushalt passenden Tarif herauszufinden. Auch die oftmals verlockend klingenden Angebote meist unbekannter Stromversorger sollten genauestens geprüft werden. Dem Kleingedruckten gilt hier die besondere Aufmerksamkeit, auch eine zusätzliche Internetrecherche kann da mehr Sicherheit geben. Ansonsten hilft nur Stromsparen.

Der Bürger zahlt, der Staat kassiert

Die asoziale Steigerung trifft somit wieder einmal den einfachen Bürger am Stärksten. Vor allem arbeitssuchende Menschen und sozialschwache Bürger wie z.B. Hartz-IV-Empfänger werden im kommenden Jahr immense Probleme bei der Bewältigung der hohen Kosten haben. Der Staat kassiert schön weiter, denn auch die Einnahmen der Mehrwertsteuer, die ja noch auf die hohen Strompreise draufkommt, steigen logischerweise. Sie werden momentan für das Jahr 2013 auf über 3 Milliarden Euro geschätzt. Der Finanzminister hat inzwischen schon verlauten lassen, dass er es gar nicht einsehe, den unerwarteten Geldsegen wieder an die Verbraucher zurück zu geben.